"Grüne Oase"

In 2012 hat zum ersten Mal ein Fragezeichen in Zella-Mehlis gestanden. Auf der Fläche gegenüber der Kirche Zella St. Blasii, für die sich inzwischen der Begriff „Grüne Oase" eingeprägt hat, stand das große Banner und lud alle Zella-Mehliser ein, sich Gedanken zu machen, was sie sich für diese Fläche vorstellen können. Bürgermeister, Stadtverwaltung, Stadtrat sowie Jugendbeirat und Seniorenbeirat hatten gemeinsam dazu aufgerufen.

Mehr als 50 Vorschläge sind eingegangen. Im Briefkasten an der „Grünen Oase" und im Internet wurden sie abgegeben und von Kinderzeichnungen bis hin zu Planungsentwürfen, die am Computer erstellt wurden, war alles dabei. Bei einem Workshop mit über 30 Teilnehmern im Feuerwehrgerätehaus wurden die zahlreichen Ideen ausgewertet und zusammengefasst. Spät am gleichen Abend entstand der Entwurf, der auf der Fläche umgesetzt werden sollte. Breite Stufen sollten zum Lubenbach hinunter führen, ein kleiner Pavillon, Bänke und Grünflächen waren geplant. Privatleute, Unternehmer und Schüler hatten sich schon angemeldet, um auch bei der Umsetzung zu helfen - aber dann wurde doch alles anders.

 

Grabungen an der Grünen OaseGleich am Anfang war man auf archäologische Funde gestoßen, denen man nachging. Mittlerweile sind die Forschungen abgeschlossen. In rund 2000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden interessierter, engagierter Zella-Mehliser wurden 110 archäologische Artefakte gefunden. Neben Musketenkugeln aus Büchsenmacherzeiten, spätmittelalterlichen Frischöfen, Wandscherben aus vorgeschichtlicher Zeit und Jugendstilfliesen war insbesondere der Fund eines kleinen Jesusknäbleins bemerkenswert.
Dieses stammt aus dem 16. Jahrhundert und war vermutlich Bestandteil des Klosters, welches sich zu dieser Zeit an der Ausgrabungsstelle befand. Mittlerweile gibt es das Jesusknäblein auch aus Marzipan, Schokolade und zu Weihnachten als Christbaumschmuck.

 

 Entwurf für die Grüne Oase

Die gefundenen Mauern wurden sorgfältig dokumentiert, dann mit Schutzfilch ummantelt und schließlich mit Erde bedeckt. So sind sie für unsere Nachkommen am sichersten aufbewahrt. Im Moment dient die Fläche als Lager für den Bau der Hauptstraße. Nach Beendigung der Bauarbeiten an der Hauptstraße, fand der Spatenstich bei der "Grünen Oase" am 21. April 2017 statt, der den Baubeginn einläutete. Natürlich werden die Ergebnisse der Ausgrabung eine Rolle in der Gestaltung der Fläche finden wie auch aus einer im Juli stattgefundenen Bauberatung zum aktuellen Baufortschritt hervorgeht.

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